Joni Mitchell Shine

Joni Mitchell
Shine

mitchellSchon früh hat Joni Mitchell jenseits der Schublade der Singer/Sonwriterin gesucht, geforscht, experimentiert und gefunden. Mit den Musikern von Weather Report, mit Neil Young, Thomas Dolby, Herbie Hancock und vielen anderen.

Auf ihrem neuen Album, das erste mit neuen Liedern fast 10 Jahre nach der Veröffentlichung von „Taming the tiger“, leistet sie sich eine Neueinspielung ihrer „Big yellow taxi“-Vision. Nicht mehr piepsig mädchenhaft wie auf dem 73’er Album „Ladies of the canyon“ sondern mit rauer und reifer Stimme.
Leider haben wir in der Zwischenzeit tatsächlich manches Paradies zubetoniert, dem Planeten Erde viel zugefügt, die Welt damit ärmer gemacht.

25 Jahre später singt Joni jetzt, „hätte ich ein Herz, ich würde weinen – wir machen diese Welt zu unserem Beerdigungs-Scheiterhaufen…“. (If I had a heart). Wenn Joni kein Herz hätte, könnte sie solch gefühlvolle, traurige und auch trotzige Lieder wohl nicht schreiben.

Schön dabei, dass sie von ihrer musikalischen Intensität, von ihrer poetischen Kraft und ihrer politischen Integrität nichts verloren hat.
Auch wenn Joni Mitchell von sich selber sagt, sie sei in erster Linie immer Malerin und erst in zweiter Linie Musikerin gewesen, beweist ‚Shine‘ einmal mehr, welch großartige Komponistin, Multi-Instrumentalistin und Interpretin sie ist.

The Hot Spot

The Hot Spot

ist ein ‚film noir‘ von Dennis Hopper, ich meine aus dem Jahre 1990.
Sex is never safe – und zweitens kommt es anders als man erstens denkt…

Ob ich den Film empfehlen muß, kann ich nicht mehr genau erinnern, den Soundtrack allerdings will ich in diesem Sommer jedem ans Herz legen, der ein Ohr hat für Blues und Jazz.

Und der manchmal vom nächsten Regen träumt und sich nach einer Abkühlung sehnt:
Der Anfang, ein unverwechselbarer Einsatz: John Lee Hooker… lässig treibend zugleich der Bass und die drums: Tim Drummond und Earl Palmer… und dann ‚the man with the horn‘: Miles Davis…

Und dazu die wunderbare Slide-Guitar von Roy Rogers.
Taj Mahal ist auch mit von der Partie… und wo’s passt, greift Bradford Ellis in die Keyboardtasten.

Geschrieben und produziert hat das ganze Jack Nitzsche, dessen Sountracks stets eine eigenständige Qualität neben und über die Filme hinaus haben (Performance, Mermaids, Blue Collar, Crossig Guard etc.) Die Titel heißen Murder, Bank Robbery, Blackmail… s’ist halt die Musik zu einem Thriller, but it’s cool man!

Und wie klingt es? Kommen Sie vorbei und staunen…

Die Berliner Philharmoniker

Die Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle und Shostakovich

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Nicht immer ist ein spannender Musik-Tipp auch der Hinweis auf eine klanglich überragende Produktion.

Umso schöner Ihnen diesmal ein ebensolches Beispiel aus Berlin vorzustellen: Die Berliner Philharmoniker spielten unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle die Sinfonien Nr. 1 und 14 von Shostakovich ein.

Diese Produktion erweist sich als klangliches Juwel von wunderbaren Klangfarben mit großartiger Natürlichkeit und Nachvollziehbarkeit der räumlichen Abbildung. Die Detailsversessenheit Sir Simon Rattles und wie leicht und geschmeidig ihm seine Philharmoniker folgen, da geht mir diese Musik unter die Haut.

Manch ein Dirigent mag in der Darstellung des Großen Zusammenhanges seine Aufgabe bei der Interpretation Shostakovichs Werken sehen, dies scheint Simon Rattles Auffassung nicht zu sein. Selbst in den komplexesten Passagen, den heftigsten Ausbrüchen ebenso wie im zartesten Pianissimo offenbart er dem Hörer eine expressive Welt der Details, die unter Rattles Führung in großer Spannweite die Bedeutung der 1.Sinfonie unterstreicht.

Die sensible Interpretation der 14.Sinfonie wird von den Philharmonikern äußerst feinfühlig mit der Fähigkeit zum angemessenen Ausdruck zum Tragen gebracht. Die der Todessinfonie zu Grunde liegenden Texte von Appollinaire, Küchelbecker, Lorca und Rilke weden von der finnischen Sopranistin Karita Mattila und vom Bariton Thomas Quasthoff auf höchstem technischen Niveau, zugleich mit intensivem Ausdruck dargeboten.

Anouar Brahem

Anouar Brahem
Le voyage de sahar

brahemEine seltene Trio-Konstellation und eine ungewöhnliche CD möchte ich Ihnen ans Herz legen: ‚Le voyage de sahar‘ von Anouar Brahem, Oud, mit Jean-Louis Matinier, Akkordeon und Francois Couturier, Piano.

Dieses eigenartige Trio spielt auf wunderbar lyrische Weise seine Musik, die immer wieder seltsam vertraut klingt. Mal glaubt man sich in arabischen Gärten, dann schimmern Anklänge an die elegischen Kompositionen Eric Saties durch. Die Erinnerung an die Pariser Kaffeehausmusik wechselt ab mit feinsinnig eingewobenen Zitaten aus der Welt des Flamenco oder der Musik des Balkan.

Mal ist es das Akkordeon, dann das Piano und immer wieder der betörende Klang von Brahems Oud. Ständige Wechsel in der Melodieführung und im Rhythmus-Part ergeben immer neue Spannungsbögen.

Alle Teile im Einzelnen kommen einem immer wieder bekannt vor, aber auf diese Art und Weise in Verbindung gebracht hat man sie so noch nicht gehört.

Bildmaterial: Anouar Brahem

Rogue’s GalleryPirate Ballads, Sea Songs And Chanteys

Rogue’s GalleryPirate Ballads, Sea Songs And Chanteys

galleryDer Fluch der Karibik läßt sie nicht mehr los: Regisseur Gore Verbinski und Hauptdarsteller Johnny Depp hatten die Idee eine Sammlung der schönsten Seemannslieder, Piraten-Balladen und Chanteys zu veröffentlichen.

Als Produzenten konnten sie den vor allem durch seine Tribute-Projekte (zuletzt Leonard Cohen – I’m your man) bekannten Hal Willner begeistern. Der wählte aus über 600 Liedern sein 43 Favoriten aus und bat eine illustre Schar an Musikern ins Studio.

Völlig schräg, wie David Thomas (Pere Ubu) ‚What do we do with the drunken sailor‘ grölt, berührend wie Robin Holcomb das Lied vom ‚Dead Horse‘ singt.

Bryan Ferry völlig unaffektiert, Bono mit üblichem Pathos, Lucinda Williams grandios wie immer, ach und wer nicht sonst noch alles, Sting, Rufus Wainwright, Van Dyke Parks, Lou Reed, natürlich Nick Cave und ganz wunderbar: Richard Thompson.

Und hier ein Link zum Reinhören.