> Die Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle
und Shostakovich

Nicht immer ist ein spannender Musik-Tipp auch der Hinweis auf eine
klanglich überragende Produktion.
Umso schöner Ihnen diesmal ein ebensolches
Beispiel aus Berlin vorzustellen: Die Berliner Philharmoniker spielten unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon
Rattle die Sinfonien Nr. 1 und 14 von Shostakovich ein.
Diese Produktion
erweist sich als klangliches Juwel von wunderbaren Klangfarben mit
großartiger Natürlichkeit und Nachvollziehbarkeit der räumlichen Abbildung.
Die Detailsversessenheit Sir Simon Rattles und wie leicht und geschmeidig ihm seine
Philharmoniker folgen, da geht mir diese Musik unter die Haut.
Manch ein Dirigent mag in der Darstellung des Großen Zusammenhanges seine
Aufgabe bei der Interpretation Shostakovichs Werken sehen, dies scheint Simon
Rattles Auffassung nicht zu sein. Selbst in den komplexesten Passagen, den
heftigsten Ausbrüchen ebenso wie im zartesten Pianissimo offenbart er dem
Hörer eine expressive Welt der Details, die unter Rattles Führung in großer
Spannweite die Bedeutung der 1.Sinfonie unterstreicht.
Die sensible Interpretation der 14.Sinfonie wird von den Philharmonikern
äußerst feinfühlig mit der Fähigkeit zum angemessenen Ausdruck zum Tragen
gebracht. Die der Todessinfonie zu Grunde liegenden Texte von Appollinaire,
Küchelbecker,
Lorca und Rilke weden von der finnischen Sopranistin Karita Mattila und vom
Bariton Thomas Quasthoff auf höchstem technischen Niveau, zugleich mit
intensivem Ausdruck dargeboten.
Max Schlundt (September 2006) > Zurück zum Archiv
Bildmaterial: EMI |